Fachabteilung Senologie / Brustzentrum

Unser Auftrag: Beratung – Begleitung – Unterstützung
Zertifiziertes Brustzentrum zur Behandlung von Erkrankungen der weiblichen und männlichen Brust.

Medizinische Schwerpunkte

An unserem Krankenhaus steht Ihnen ein erfahrenes Team zur Diagnostik und Therapie von Brusterkrankungen zur Verfügung. Dabei legen wir besonderen Wert auf die einfühlsame und menschliche Betreuung unserer Patienten.

 

Details

Brustkrebs

Der Brustkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Brustdrüse (Mamma). Sie stellt die häufigste Krebserkrankung der Frau dar. Sehr selten können auch Männer davon betroffen sein. Wird der Tumor rechtzeitig erkannt und behandelt, sind die Patienten in den meisten Fällen heilbar. Durch die Früherkennung (Mammascrenning) und immer gezieltere Therapiemethoden (operativ, strahlentherapeutisch und medikamentös) haben sich die Heilungschancen bei Brustkrebs in den letzten Jahren deutlich verbessert. Weitere Informationen zur Behandlung finden Sie hier

Onkologische Ambulanz

In unserer modernen onkologischen Ambulanz führen wir folgende Therapien für frühen und fortgeschrittenen (metastasierten) Brustkrebs durch:

Rekonstruktion

Ein Großteil unserer Patientinnen mit Brustkrebs können brusterhaltend (BET) operiert werden. Bei einigen ist es jedoch notwendig, die betroffene Brust chirurgisch zu entfernen (Mastektomie). Danach stehen die Frauen vor der Frage, wie sie mit der körperlichen Veränderung umgehen können. Neben äußerlichen Hilfsmitteln (u. a. Einlagen für BHs) besteht die Möglichkeit der Brustrekonstruktion. Da diese Methode ein fester Bestandteil des Behandlungsplans bei Frauen mit Brustkrebs ist, übernehmen in der Regel die Gesetzlichen und auch Privaten Krankenversicherungen die Kosten für den operativen Eingriff.

Folgende rekonstruktive Eingriffe bieten wir im Brustzentrum für unsere Patientinnen an:

Brustaufbau mit Implantat
Dieser Eingriff ist weniger aufwändig als eine Brustwiederherstellung mit Eigengewebe. Dabei wird das Drüsengewebe entfernt, die Brusthaut erhalten und ein Implantat an diese Stelle eingebracht. Es ist häufig möglich, die Brustwarze zu erhalten. Die derzeitig verwendeten Implantate bestehen aus einer Silikonhülle, die mit Silikongel gefüllt ist. Diese Methode eignet sich für eine sofortige und für eine spätere Brustrekonstruktion.

Brustaufbau mit Eigengewebe
Der Brustaufbau mit körpereigenen Gewebe erfolgt, wenn Silikonimplantate für die Patientinnen nicht in Frage kommen. Hierfür wird Haut, Fett- und Muskelgewebe aus dem Bauch, Rücken oder Oberschenkel verwendet. Für diese, teilweise sehr anspruchsvollen Operationstechniken*, arbeiten wir mit dem Rekonstruktionsspezialisten Dr. Mario Marx zusammen. Die in unserem Brustzentrum am häufigsten praktizierten Methoden sind:

1. DIEP-Flap-Methode (DIEP = Deep Inferior Epigastric Perforator)*
Bei der Operation wird der Patientin ein ellipsenförmiger Haut-Fettgewebs-Lappen mit einem Blutgefäß aus dem Bauch entnommen und zur Brust geformt. Danach werden die Blutgefäße mikrochirurgisch freigelegt und anschließend die Gefäße mit denen der Brustwand oder der Achselhöhle vernäht.

2. FCI-FLAP-Methode (Fasciocutaner infragluteal)*
Eine gute Alternative zur DIEP-Lappenplastik ist der FCI-FLAP speziell bei schlanken Patientinnen. Hierbei wird aus der Gesäßfalte ein Teil des Haut- und Fettgewebes (ähnlich wie bei der S-GAP oder I-GAP-FLAP-Methode) entnommen wird. Anatomisch gesehen ist dieses Verfahren für den Gesäßmuskel besonders schonend. Das entfernte Gewebestück wird im Anschluss mikrochirurgisch verpflanzt.

3. LADO-Lappen-Methode (Latissimus-dorsi)
Bei diesem Eingriff wird der große Rückenmuskel (Musculus latissimus dorsi) durch die Achselhöhle auf die vordere Brustwand verlagert. Die in der Achselhöhle befindlichen Blutgefäße werden dabei nicht durchtrennt und können daher das verlagerte Gewebe versorgen.

4. TRAM-Lappen-Methode (Transverser rectus abdominis musculocutaneus-Lappen)
Dieses Rekonstruktionsverfahren eignet sich, wenn ausreichend Muskel- und Unterbauchfettgewebe vorhanden ist. Dabei wird der gerade Bauchmuskel (Musculus rectus abdominis) über dem Schambein durchtrennt. Die Blutversorgung bleibt erhalten. Sie sichert somit die Weiterversorgung des für die Brustrekonstruktion benötigten Gewebes.

Kosmetische Operationen (Brustverkleinerung und -vergrößerung)

Brustverkleinerung (Reduktionsplastik)
Ab einer Körbchengröße D spricht man für gewöhnlich von einer zu großen Brust (Makromastie). Eine große bis sehr große Brust bedeutet für die betroffenen Frauen erhebliche Probleme. Das Übergewicht der Brüste zieht die Schultern nach vorn und führt zu schmerz-haften Verspannungen der Rückenmuskulatur. Besteht dieser Zustand über Jahre hinweg, sind dauerhafte Schädigungen an der Wirbelsäule möglich. Weitere Begleiterscheinungen einer zu großen Brust sind Hautirritation oder Pilzinfektion in der Hautfalte unter der Brust. Da von Makromastie betroffene Frauen bei den Aktivitäten ihres täglichen Lebens deutlich eingeschränkt sind, übernehmen die Krankenkassen unter bestimmten Voraussetzungen die Kosten für eine Brustverkleinerungsoperation. Für eine entsprechende Beratung stehen wir Ihnen gern zur Verfügung. Dieses Angebot steht auch Männern offen, die unter einer vergrößerten Brust leiden.

Brustvergrößerung (Mammaaugmentation)
Bei kleinen bis sehr kleinen Brüsten (Mikromastie) kann der Wunsch nach einer Brustvergrößerung bestehen. Durch Gewichtsverlust oder vorangegangene Schwangerschaften ist zudem eine Brustdrüsenrückbildung (Mammainvolution) und eine damit verbundene Erschlaffung der Brust möglich. Sehr selten sind angeborene Fehlbildungen. Der Brustaufbau erfolgt mit Hilfe eines Implantats, welches aus einer Silikonhülle besteht, die mit Silikongel gefüllt ist. Das Implantat kann unter oder über den Brustmuskel gelegt werden. Die Kosten für eine Brustvergrößerung werden im Allgemeinen nur bei Brustfehlbildungen von den Krankenkassen getragen. Eine Abklärung im Vorfeld ist deshalb ratsam. Wir beraten Sie dazu gern.

Gutartige (benigne) Tumore

Der Begriff Tumor (umgangssprachlich: Knoten) bezeichnet eine Gewebsneubildung. Er sagt nichts darüber aus, ob das Gewebe gut- oder bösartig ist. Welche Form letztlich besteht, muss eine genauere Untersuchung mittels Mammographie oder Ultraschall zeigen.

Manche Formen gutartiger Tumore haben ein erhöhtes Risiko für eine Entartung. Um dieses auszuschließen, sollten sie bei Auffälligkeiten in der Bildgebung feingeweblich (histologisch) untersucht werden. Hierfür wird Ihnen aus dem verdächtigen Bereich eine Gewebeprobe entnommen. Im Falle einer Bösartigkeit werden an dieser Probe weitere Untersuchungen (Hormon- und HER2-Rezeptorbestimmung) durchgeführt. Diese sind für die nachfolgende Behandlung und Prognoseeinschätzung wichtig. Die exakte histologische Diagnose wird Ihnen in der Regel innerhalb von 3 Werktagen mitgeteilt.

Im Falle einer gutartigen Erkrankung ist selten ein operativer Eingriff notwendig. Ist eine histologische Sicherung nicht anders möglich oder liegen ausgeprägte Schmerzen oder eine Formveränderung der Brust vor, raten wir dennoch zu einer Operation.